Programm 2007
Meilensteine im europäischen Zahlungsverkehr -
die Chance zur Neuplatzierung?

Eckhard Häusler
Geschäftsführung macrosConsult GmbH

Die Situation bei den deutschen Kreditinstituten war in den letzten Jahren durch den Blick auf Kostenreduktion und Prozessoptimierung geprägt. Parallel zu diesen Zielen stehen den Häusern nach Basel II wieder hohe regulatorische Anforderungen durch den europäischen Zahlungsverkehr (SEPA) bevor. Unmittelbare Einflüsse auf Geschäftsprozesse und IT-Strukturen sind unvermeidbar.
Inwieweit kann SEPA als Chance für neue Marktanteile im europäischen Wettbewerb genutzt werden?

Es ist nur einige Jahre her, da sahen die Banken und Sparkassen im Zahlungsverkehr ein lästiges Übel.
Es geht nicht ohne ihn – aber wegen der damit verbundenen hohen Kosten ist der Zahlungsverkehr kein strategisches Geschäftsfeld gewesen. Ganze Geschäftsbereiche wurden bei einigen Banken aufgelöst oder gar verkauft, um die lästige, kostenträchtige Kontoführung in Verbindung mit dem Zahlungsverkehr abzustoßen. Das Bild dieses Geschäftsfeldes hat sich grundlegend geändert.

Inzwischen ist bekannt, dass mit dem Zahlungsverkehr ein interessantes „Schleppgeschäft“ verbunden ist. Mit Zahlungsverkehr bindet ein Institut einen Kunden an sich, mit dem sich noch mehr unternehmen lässt. Der Kunde ist also nicht mehr lästig, sondern im Gegenteil: Er ist wichtig und wird deshalb viel stärker umworben. Wehe, wenn er ausbleibt! Darüber hinaus ist mit abnehmendem Bargeldtransfer die Verlagerung auf den bargeldlosen Zahlungsverkehr immer bedeutungsvoller geworden. Angefangen vom Zigarettenautomaten über Fahrkarten bis über die gesamte Palette des Konsumentengeschäfts sind neue Zahlungsverkehrslösungen entstanden. Konsequenterweise haben sich Institute auf dieses Geschäftsfeld spezialisiert und dieses zwischenzeitlich weiter perfektioniert. Daraus resultiert, dass das Geschäft unter ganz neuen Spielregeln ausgeführt wird. Um dieses Geschäft nicht allein den sogenannten Nearbanks zu überlassen, haben Banken und Sparkassen sich strategisch positioniert.

Ein besonders positives Beispiel ist die Initiative der Deutschen Postbank AG, die mit der Gründung eines Tranksaktionsinstituts „BCB“ (Betriebscenter für Banken Deutschlands) die großen Banken in Deutschland zur gemeinsamen Professionalität in diesem Geschäftsfeld gewinnen konnte. Ein weiteres interessantes Beispiel ist die genossenschaftliche Gründung zunächst des TAI (Transaktion Institut) auf nationaler Ebene. Dann die Gründung der „Equens N.V.“, Utrecht, zu einem europaweiten Zusammenschluss. Gebündelte europäische Kompetenz!

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